Und das ist erst der Anfang - Gelebtes Baustellenmanagement?

Mit großer Sorge um unseren öPNV beobachtet das Bündnis die Vorarbeiten für die U-Strab in der Kaiserstraße. Es geht um nichts weniger als um die Akzeptanz und die Zukunftsfähigkeit eines der besten Nahverkehrssysteme Deutschlands.

Jetzt rächt sich, dass unsere Forderung "Kriegsstraße zuerst" nicht umgesetzt wurde. Das wenigstens hätten die Planer von uns lernen bzw. annehmen können, denn nun gibt es keine Südumfahrung bei Störungen, so dass letztlich jede kleine durch den Bau bedingte Verspätung sich zu einem Straßenbahnstau in der Kaiserstraße und darüber hinaus auswächst. Auch die Baustelleneinrichtungsplanung und -begleitung lässt nichts Gutes für die Zukunft erwarten.

Nun auch noch zusätzliche Linien in die Kaiserstraße zu bringen ist einfach nicht mehr nahvollziehbar. Von teuren Fachleuten dürfen wir doch erwarten, dass ihre Fahrpläne so ausgelegt sind, dass sie bei Störungen nicht sofort zu gigantischen Staus führen, so dass das Vertrauen in den ÖPNV so wenig wie möglich Schaden nimmt.

Was sehen wir: Die Behelfshaltestellen sind katastrophal für ältere Menschen und Behinderte. In der Hauptverkehrszeit ist der Fahrplan nichts mehr wert, Informationen werden nicht gegeben, Umfahrungen werden kurzfristig angegeben

Auch kamen uns Klagen von Straßenbahnfahrern zu Ohren, dass ihre Ruhezeiten durch die Verspätungen nicht mehr eingehalten werden können. Kurz - der Zustand unseres ¨PNV ist derzeit mehr als beklagenswert.

Zudem führen die vorbereitenden Baumaßnahmen rund um den Europaplatz bereits jetzt schon zu massiven Verlusten bei den dort ansässigen Läden und Firmen. Das konnten auch wir uns nicht vorstellen. Uns wurden Umsatzeinbußen zwischen 20% bis zu 50% genannt und eine Firma musste bereits Mitarbeiterinnen entlassen. Dabei hat der Bau noch gar nicht richtig begonnen.

Anstatt unsinnige 7 Millionen Euro für die Akzeptanz-Werbung der U-Strab auszugeben, sollte sofort eine behelfsmäßige Umfahrung der Kaiserstraße über die Kapellenstraße, Baumeisterstraße mit ins Auge gefasst werden und der Bau der Südostbahn mit allem Nachruck durchgeführt werden.

Es darf kein weiterer, schwerer Schaden des öPNV unserer Stadt erfolgen. Der Gemeinderat und der Aufsichtsrat der KASIG müssen nun aktiv werden. So kann es nicht weitergehen.

Karlsruhe, am 20. Juni 2010
Harry Block